Alle Wege offen - keiner verschlossen

Festakt zum 50-jährigen Jubiläum der Fachoberschule an der RiMS

Am vergangenen Freitag feierte die Schulgemeinde der Richard-Müller-Schule den 50sten Geburtstag der FOS. Die Feier mit Gästen aus Politik und Industrie wurde von den Absolventinnen und Absolventen der FOS selbst gestaltet.

Eröffnet wurde die Feier durch einen ökumenischen Gottesdienst, der von Pfarrer Pasaribu und Pfarrer Lange und Schülerinnen und Schülern der FOS 1 und 2 gestaltet wurde. Anschließend begrüßte der neue Schulleiter der Richard-Müller-Schule und selbst auch ehemaliger FOS-Abteilungsleiter der FOS Wirtschaft und Verwaltung, Jörg Demuth, die anwesenden Schülerinnen und Schüler, Kolleginnen und Kollegen und die offiziellen Gäste Harald Persch, Dezernent des Schulamtes Fulda, Bürgermeister Dag Wehner und Michael Konow, Geschäftsführer der IHK Fulda. Demuth verdeutlichte in seiner Ansprache die wesentlichen Vorteile der 1972 neu entstandenen Schulform FOS: Sie eröffnet die Perspektive in viele Berufe, sie befähigt ihre Absolventinnen und Absolventen zum Studium in jeglicher Fachrichtung und sie bietet Zeit und Raum für die persönliche Weiterentwicklung. Durch das obligatorische Praktikum (alternativ: vorherige Berufsausbildung) motiviere die Schulform in besonderer Weise, einen hohen schulischen Bildungsabschluss zu erreichen. Die Fachrichtung Wirtschaft und Verwaltung habe dabei eine Sonderstellung, da man Kenntnisse aus diesem Bereich in nahezu allen Berufen gebrauchen könne. Demuth dankte den bisherigen Abteilungsleitern und im Besonderen der seit 2016 wirkenden, aktuellen Abteilungsleiterin, Ute Wieters, für die erfolgreiche Gestaltung und Entwicklung dieser Schulform. Auch für Harald Persch liegen die Vorteile der FOS auf der Hand. Zusätzlich betonte er in seiner Ansprache besonders das vielfältige Angebot von Fachrichtungen der FOS im Schulamtsbezirk Fulda: Wirtschaft und Verwaltung, Gesundheit und Ernährung, Technik und Sozialwesen. Dag Wehner machte in seiner Rede deutlich, dass ihm die RiMS - ebenso wie die anderen Stadtschulen - sehr am Herzen liege. Daher freue er sich über die stete Weiterentwicklung und die Perspektiven, die die FOS an der RiMS biete. So erwähnte er z.B. den in der Planung befindlichen bilingualen Wirtschaftsunterricht, der die Absolventinnen und Absolventen noch mehr auf ein internationales Studium oder Berufsfeld vorbreiten kann.

Die große Wertschätzung, die die Stadt „ihren Schulen“ zukommen lasse, ist, so Konow in seiner anschließenden Ansprache, vor allem deswegen so wichtig, weil die Region Fulda um Fachkräfte werben müsse. Der Fachkräftemangel sei eine der größten Sorgen der Arbeitgeber in der Region, in der nahezu Vollbeschäftigung herrscht. Daher sei es wichtiger denn je, junge Menschen zu befähigen. Eine bedeutende Rolle misst Konow hierbei der FOS zu, da diese zum einen praxisorientiert sei und zum anderen alle beruflichen Wege eröffne. „Alle Wege sind offen - keiner verschlossen“, resümierte der Geschäftsführer der IHK.

Die Entwicklung der Schulform im historischen Kontext stellte die Klasse 12 FOS3 mit einer facettenreichen Präsentation vor. Besonders interessant für die anwesenden FOS-Absolventinnen und Absolventen war der anschließende Talk mit Ehemaligen. Von Moderatoren der Klasse 12 FOS 4 durchs Interview geführt, erfuhr man, dass vor allem die kurze Weiterbildungszeit verbunden mit einem hohen Schulabschluss ausschlaggebend für die Wahl der Schulform war. Ebenso waren sich alle einig, dass der Kontakt zu Unternehmen durch Praktikum oder Ausbildung unersetzlich sei. Bei guten Praktikumsergebnissen habe man danach beste Chancen - ohne eine einzige Bewerbung schreiben zu müssen - wieder in den Betrieb zurückkommen zu können. Die Ehemaligen, die inzwischen selber Lehrer, Geschäftsführer ihres Praktikumsbetriebes bzw. Geschäftsführer im Ruhestand, Leutnant bei der Bundeswehr oder Selbständige im Bereich Mode und Kosmetik sind, waren sich einig, dass die FOS ihnen eine besondere Zeit schenkte, um persönlich zu reifen. Ute Wieters, FOS-Abteilungsleiterin, beschloss die Feier, die musikalisch begleitet wurde von der ehemaligen FOS-Absolventin Vanessa Elm (Gesang) und FOS-Schüler Jonas Bastian (Gitarre und Gesang), mit einem herzlichen Dankeschön an alle Verantwortlichen und Gäste und lud alle Anwesenden zu einem Sektempfang in der herbstlich dekorierten Mensa ein.