Präventions-Aktionstag an der RiMS
An der Richard-Müller-Schule stand am Freitag, 26.09.25, das Thema „Prävention“ mit allen Facetten im Fokus. Schülerinnen und Schüler konnten sich bei ganz unterschiedlichen Angeboten zum Thema Gefahren durch Alkohol, Nikotin, Cannabis und weitere Drogen informieren, sich an Simulatoren ausprobieren oder ins Gespräch mit Betroffenen kommen.
Mit einem breiten Spektrum an Angeboten war die Verkehrswacht angereist. Einen Parcours mit „Promille-Brille“, die einen trunkenen Zustand simuliert, zu absolvieren und eine Haustüre aufzuschließen, wurde eine echte Herausforderung. Was in der Simulation zum Lachen bringen kann, sei in der Realität eine echte Gefahr, unterstrich Engelbert Auth, der die Station betreute. Einen Sehtest, einen Reaktionsgeschwindigkeits-Test und die Fahrt mit einem Bremssimulator boten Manfred Pallagst, Max Ostrowski und Eddi Dillmann an. Eindrückliches Highlight war der Bremsschlitten, den die Verkehrswacht (am Stand: Ralf Bangen) auf dem Schulhof aufgebaut hatte. Und alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen wissen dank Gerhard Brink nun, wie man sich korrekt den Gurt im Auto anlegt!
Einen „Grünen Koffer“ mit Infos und Spielen zum Thema „Cannabis“ brachte Julia Brade von Caritas mit. Sie führte ein spielerisches und kurzweiliges Projekt zum Thema Sucht, Schwerpunkt Cannabis, für zwei Klassen durch und klärte über Gefahren des Konsums auf.
Wie schnell sogenannte Einstiegsdrogen bei jungen Menschen zu einer Sucht führen können, zeigte die Kulturschule Leipzig mit dem Theaterstück „Bye bye Ben – oder funktionieren Drogen wirklich". Die SchauspielerInnen skizzierten die mit der Abhängigkeit einhergehenden Probleme im familiären und schulischen Bereich und zeigten auf, wie wichtig ein soziales Netz sein kann.
Die AOK war sowohl mit einem Smokerlyzer (misst den CO-Gehalt in der Atemluft, der durch das Einatmen von Tabakrauch erhöht wird) als auch mit einer Rauschbrille anwesend. Nach einem kurzen, einführenden Vortrag für jede Klasse, durften die Schüler und Schülerinnen ihre Atemluft testen. Nicole Münch und ihre Kollegin von der AOK versorgten die Klassen auch mit Infos zum Thema Rauchen.
Alle Fragen zum Thema Abhängigkeit und Drogensucht konnten Schülerinnen und Schüler in einem intensiven und sehr persönlichen Gespräch mit zwei ehemaligen Drogenabhängigen stellen, die heute im Rahmen von „Narcotics anonymous“ wertvolle Aufklärungsarbeit leisten. Eindrücklich schilderten die Betroffenen ihren Weg in die Abhängigkeit und wiesen sehr deutlich auf die Gefahr von Einstiegsdrogen wie Alkohol und Nikotin hin. Wie sich die beiden aus ihrer Sucht herausgekämpft haben und heute so offen darüber reden können, beeindruckte alle Anwesenden.
Harry Wilke (Staatsanwalt a.D.) hielt in der 3. und 4. Stunde einen Vortrag zum Cannabisgesetz mit dem Titel „Fakten statt Mythen – ein Update zum Cannabisgesetz“, in dem er mit den jungen Zuhörenden über seine langjährigen Erfahrungen mit Drogendelikten und negativen Auswirkungen von Cannabis auf den Lebensweg vieler junger Menschen ins Gespräch kam.
Ausgangspunkt für den Präventionstag war die Verpflichtung von Schulen ein Suchtpräventionskonzept zu erstellen. Die an der Schule gebildete Arbeitsgruppe unter der Leitung von Tamara Pfaff entwickelte die Idee eines lebendigen und aktiven Präventionstages. Die Schulleitung um Direktor Jörg Demuth war sofort mit im Boot und so konnte der Tag mit den vielfältigen Aktionen und Akteuren organisiert werden. Vom Erfolg des Tages überzeugten sich die für die RiMS zuständige Schulpsychologin und Suchtpräventionsbeauftragte Jaqueline Schmidt-Wecken und der aktuell zuständige Dezernent für berufliche Schulen am Schulamt Fulda, Karsten Günder, persönlich. Über 25 Klassen der Schule konnten an mindestens einem der Angebote teilnehmen.