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Frauen engagiert gegen Klimakrise

Bericht und Eindrücke

Dass der Klimawandel Frauen stärker beeinträchtigt als Männer, ist vielen nicht so bewusst. Hierauf aufmerksam zu machen und diese Tatsache ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, ist der Grund dafür, dass Soroptimist International (SI) Club Fulda sich seit zwei Jahren dieses Themas angenommen, Nachhaltigkeit und Initiativen zur Eindämmung der Umweltzerstörung auf die Tagesordnung gesetzt hat. Als Referentin für ihre Jahresveranstaltung hat der SI Club Fulda Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Nachhaltige Wirtschaft e.V., am 20 Juni, in die Richard-Müller-Schule eingeladen.

Vor einem interessierten Publikum spricht Dr. Reuter zum Thema „Wie wir Wirtschaft und Klima zusammenbringen“ und bemerkt zunächst, dass sie den Begriff Klimakrise dem Begriff Klimawandel bevorzuge, da eine Erderwärmung um 3,5 ° wahrscheinlich sei, wenn wir so weitermachten. Eine Klimaneutralität müsste schon 2035 erreicht werden, wenn wir künftigen Generationen noch Entscheidungsräume überlassen wollten. Zu einem nachhaltigen Wirtschaften in der Landwirtschaft, in der Produktion und in der Mobilität gäbe es keine Alternativen. Der in Europa verabredete Green Deal sei alternativlos und setze höhere Standards auch im sozialen Miteinander, berge mehr Chancen als Risiken, zumal ein investierter Euro für Klimaschutz in der Zukunft 15 € für Klimaschäden spare. Den Argumenten, dass der Markt den Wettbewerb richten müsse, hält sie entgegen, dass die Preise in der Regel nicht die Umweltschäden abbildeten, die die derzeitigen Produkte bei Wachstum, Produktion oder Entsorgung verursachten. Sie plädiere dafür, dass die CO2 Kosten eingepreist werden müssten, nur so könnten faire Wettbewerbschancen entstehen. So müsste die Bio-Banane die günstigere Banane sein als die mit Pestiziden.

Krisen seien generell Treiber von notwendigen Transformationen und gerade Frauen würden hierauf sensibler reagieren. So wiesen Firmen mit mehr Diversität und Frauen in Verantwortung (z. B. als Mitglied im Vorstand) eine höhere Nachhaltigkeitsquote auf. Hierauf müsse man stärker bauen. So vertraue sie auf die Politik – und hier insbesondere auf Europa –, die – auch als Antwort auf drängende Fragen nach der Zukunftsfähigkeit der Firmen – auf nachhaltiges Wirtschaften setze. Dies zeige schon die Erfolgsstory ihres Verbandes, in dem viele bekannte Konzerne und mittelständische Unternehmen Mitglieder seien.  „Man muss nicht perfekt sein, sondern starten“, ruft sie dem Publikum zu. In einer lebhaften Diskussion, die vor allen von den Schüler:innen der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums getragen wurde, erhält Katharina Reuter die Gelegenheit, ihre Ideen und Vorschläge weiter zu präzisieren. Sie appelliert ganz stark an die Verantwortung jedes Einzelnen und ermuntert die Anwesenden sich zu fragen, welchen Beitrag er/sie leisten könne.

Im Vorfeld hatte die Schulleiterin der Richard-Müller-Schule, Kaufmännische Schulen der Stadt Fulda, Claudia Hümmler-Hille, sich in ihrer Begrüßung gefragt, warum man nur so zögerlich ins Handeln komme. Sigrid Niebling, Gründungspräsidentin des SI Club Fulda, die als Vertreterin für die erkrankte Präsidentin, Ellen Gilfrich –Solomon, die Zuhörer:innen begrüßte, rief dazu auf, die geschlechtsspezifischen Auswirkungen der Klimakrise - Frauen werden durch den Klimawandel sowohl global wie auch lokal besonders betroffen -  in den Blick zu nehmen. Zugleich sei stärker darauf zu setzen, dass Frauen wichtige Impulse geben im Kampf gegen die fortschreitende Erderwärmung.  Dieser Überzeugung schloss sich Susanne Bolduan an, die für den Vorstand von SI Deutschland ein Grußwort sprach und herausstrich, dass der Verband für Nachhaltigkeit und die Soroptimistinnen gemeinsam hätten, Frauen und Firmen zu empowern, das heißt sie dabei zu unterstützen, ihre soziale Lebenswelt und ihr Leben selbst zu gestalten, im Dienste einer lebenswerten Zukunft. Die Stadträtin Christa Sporer, die den Oberbürgermeister der Stadt Fulda, Dr. Heiko Wingenfeld, vertrat, hatte ebenfalls in ihrem Grußwort die Notwendigkeit zügigen Handelns unterstrichen. Die Veranstaltung klang bei kühlen Getränken und anregenden Gesprächen aus. Der Gewinn, der unter anderem erwirtschaftet werden konnte durch den Verkauf einer nachhaltigen Spülseife, die von Clubmitgliedern selbst hergestellt wurde, kommt der Fuldaer Tafel e.V. zu, da diese auf Grund der aktuell hohen Nachfragen vor allen Dingen durch aus der Ukraine geflüchtete Frauen, die bei der Versorgung ihrer Kinder in starkem Maße auf die Spenden durch die Tafel angewiesen sind, einer Unterstützung bedarf.